Hallux rigidus

Unter einem Hallux rigidus versteht man die Einsteifung der Großzehe.

Welche Beschwerden verursacht ein Hallux rigidus?

Zunächst besteht eine Behinderung der Abrollbewegung der Großzehe. Nach Monaten bzw. Jahren treten Schmerzen hinzu, manchmal verspürt man auch nur eine tastbare Verhärtung am Großzehengrundgelenk, die zu Schmerzen im Schuh führen

Was ist die Ursache für einen Hallux rigidus?

Die Hauptursachen für die Entstehung einen Hallux rigidus sind vorangegangene Verletzungen des Großzehengrundgelenkes, der Zustand nach Operationen an diesem Gelenk und eine übermäßige Beanspruchung. Gewisse anatomische Gegebenheiten des Fußskelettes begünstigen ebenfalls seine Entstehung.

Wie behandelt man einen Hallux rigidus?

Im frühen Stadium stehen konservative Therapien im Vordergrund: das Tragen von geeignetem Schuhwerk, Kälteanwendungen (Kryotherapie), Entzündungshemmend (Salben, Tabletten), Physikalisch (Iontophorese, KG), Orthopädietechnische Maßnahmen (Schmetterlingsrolle)

Wann muss ein Hallux rigidus operiert werden?

Kommt es unter den oben genannten Therapiemöglichkeiten zu keiner Besserung der Beschwerden bzw. handelt es sich um ein fortgeschrittenes Stadium, stehen verschiedene operative Maßnahmen zur Wahl.

Gibt es gelenkserhaltende Operationstechniken?

Die Cheilektomie ist ein Standardverfahren unter den gelenkerhaltenden Operationen beim Hallux rigidus. Die Operationstechnik ist einfach, die Beschwerden sind bereits unmittelbar nach der Operation häufig deutlich gebessert. V.a. die streckseitigen Knochenanbauten werden abgetragen.

Entzündete Gelenkschleimhaut sowie freie Gelenkkörper werden entfernt. Dadurch wird der Bewegungsumfang vergrößert und der Schmerz bei mechanischem Kontakt tritt nicht mehr auf.

Wichtig: bei dieser Operation handelt es sich um eine Chance für den Patienten, mit einem möglichst kleinen Eingriff zum Erfolg zu kommen.

Wie erfolgt die Nachbehandlung nach Cheilektomie?

Unmittelbar nach der Operation erfolgt die Vollbelastung. Die Zehen sollten beim Gehen normal abgerollt werden. Bereits einen Tag nach der Operation beginnt der Patient mit selbständigen, passiven und aktiven Bewegungsübungen. Normales Schuhwerk sollte wieder nach zwei bis drei Wochen getragen werden

Wann muss das Gelenk versteift werden?

Wenn die Arthrose des Großzehengrundgelenkes stark fortgeschritten ist, kann das Gelenk nicht mehr erhalten werden. Konträr zur allgemeinen Meinung besteht bei einer Großzehengrundgelenksarthrodese keine Behinderung des Patienten. Profifußballer haben damit ihre Karriere fortgesetzt.

Was wird bei einer Großzehengrundgelenksversteifung gemacht (MTP I Arthrodese)?

Über einen Hautschnitt am Fußrücken wird der Knorpel des Gelenkes vollständig entfernt. Die Großzehe wird nun in ca. 20 Grad Dorsalflexion und 15 Grad valgus gebracht und in dieser Stellung entweder mit ein bis zwei Schrauben oder Bohrdrähten fixiert.

Wie erfolgt die Nachbehandlung nach Großzehengrundgelenksarthrodese?

Bei guter Knochenqualität genügt ein Halluxschuh (Holzsohle) für 6 Wochen mit Teilbelastung. Sollten zur Fixation Drähte verwendet worden sein, wird nach ca. 12 Wochen in lokaler Betäubung eine Drahtentfernung durchgeführt.

Die wichtigsten Fakten

OP Dauer

45 - 60 Minuten

Arbeit

nach 7 Tagen bis 8 Wochen (je nach Belastung und Fehlstellung)

Anästhesie

Nervenblockade oder Vollnarkose

Sport

nach 8 - 12 Wochen (Rad)

Aufenthalt

Stationär: 3 - 4 Tage

Kontrollen

Nahtentfernung - nach 2 Wochen
Klinische Kontrolle - nach 4 Wochen
Drahtentfernung ambulant - nach 12 Wochen

Reha

nicht notwendig 

Endresultat

nach 6 Wochen bis 6 Monaten

Belastung

Hallux Schuh für 6 Wochen

Vor der OP

4 Wochen vor OP - Anästhesie Begutachtung
1 Tag vor OP - stationäre Aufnahme

Physiotherapie

möglich

Nach der OP

Wunde Trocken halten
auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, lokale Kühlung, um etwaige Schwellungen zu reduzieren
Bein nach OP hochlagern

 

Welche Komplikationen und Risiken treten auf?

Infektion (<2%), Nervenverletzung, Schwellung (bis zu vier Monate), verzögerte Knochenheilung, Thrombose, Allergie, Mb. Sudeck, Korrekturverlust. 

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