Knieprothese

Eine Knieprothese, Knieendoprothese oder Kniegelenksprothese ist eine implantierte Prothese (Endoprothese), die das Kniegelenk ganz oder teilweise ersetzt.

Ursachen & Symptome

Im fortgeschrittenen Stadium der Knorpelzerstörung sind meistens mehrere Gelenkanteile betroffen. Es kommt zur Verformung des Kniegelenkes und zunehmender Versteifung. Sie verspüren Belastungs- und Ruheschmerzen. Auch nachts sind Sie nicht mehr schmerzfrei. Ihre schmerzfreie Gehstrecke wird zunehmend kürzer und ihre Lebensqualität ist deutlich eingeschränkt.

Diagnose

Im Röntgenbild zeigen sich zerstörte Gelenkoberflächen, meist verbunden mit sichtbaren Gelenkdeformierungen.

Zeitpunkt der Operation

Wenn alle konservativen Therapieoptionen beim Vorliegen einer Arthrose des Kniegelenkes ausgeschöpft wurden und gelenkserhaltende Eingriffe nicht  mehr möglich sind, wird die Implantation einer Halbschlitten-Endoprothese oder einer Knie-Total-Endoprothese notwendig.

Vorher

Knieröntgen ap
Gonarthrose Grad 4

Knie Röntgen seitlich
Gonarthrose Grad 4

Nachher

Knieröntgen ap
Z.n. Knietotalendoprothese

Knieröntgen seitlich
Z.n. Knietotalendoprothese

Operationstechnik

Bei dieser Operation werden die geschädigten Gelenkflächen durch sogenannte Oberflächenersatzprothesen ersetzt.
Entweder in Form einer Teilprothese (Schlittenprothese) oder in Form einer Totalprothese. Durch den Einsatz dieser modernen Prothesentypen muss nur noch sehr wenig Knochenmaterial entfernt werden. 
Die eigenen Bandstrukturen (Seitenbänder, Kreuzband) bleiben intakt. Sämtliche Prothesentypen bestehen aus einer Komponente für den Ober- und Unterschenkel. Die Entwicklung von Prothesentypen, die dem natürlichen Bewegungsablauf des normalen Kniegelenkes (Roll-Gleitbewegung) sehr nahe kommen, haben die Ergebnisse in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Die Größe der Prothese wird mit Hilfe der präoperativen Planung dem Patienten individuell angepasst. Sie wird entweder zementfrei oder zementiert implantiert. Dieser Oberflächenersatz besteht aus einer Chrom-Kobalt-Molybdän-Legierung. Zwischen den Metallelementen befindet sich ein Polyethyleneinsatz, der einen weitgehend natürlichen Roll-Gleitvorgang erlaubt und bei modernen Implantaten nahezu keinen Abrieb mehr hat.

Im Durchschnitt liegt die Haltbarkeit der Kniegelenkstotalprothesen bei 10-15 Jahren. Haltbarkeiten von deutlich über 20 Jahren sind durch moderne Materialien zu erwarten.

Rehabilitation

Gelenkersatzoperationen können ausschließlich stationär (ca. 5-12 Tage) durchgeführt werden. 
Die Rehabilitation beginnt sofort nach der Operation. Die Patienten werden täglich mit Krankengymnastik und Lymphdrainage behandelt. Für passive Bewegungsübungen stehen Motorschienen zur Verfügung. 
Im Anschluss an den Aufenthalt im Akutkrankenhaus wird ein Großteil der Patienten für weitere 3-4 Wochen in eine Rehabilitationsklinik verlegt. Für die gesamte Behandlung ist ein Zeitraum von 6 - 12 Wochen zu kalkulieren. 
Bei normalem Verlauf der Operation und erfolgreicher Rehabilitation sind Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Golfspielen wieder möglich.

Vorher

Knieröntgen ap
Gonarthrose Grad 4 rechts
Planung vor OP

Knie Röntgen seitlich
Gonarthrose Grad 4 links
Planung vor OP

Nachher

Knieröntgen rechts nach OP
Beide Kniegelenke wurden in einer Sitzung ersetzt

Knieröntgen links nach OP
Beide Kniegelenke wurden in einer Sitzung ersetzt

Die wichtigsten Fakten

OP Dauer

60 Minuten

Arbeit

nach 4 - 12 Wochen (je nach Belastung)

Anästhesie

Kreuzstich (schlafen möglich) oder Vollnarkose, OP Gebiet wird während der OP mit Lokalanästhetikum umspritzt 

Sport

Gehen - nach 2 Tagen
Spazieren - nach ca. 3 Wochen
Ergometer - nach ca. 4 Wochen
Ski - nach ca. 6 Monaten

Aufenthalt

5 - 12 Tage

Kontrollen

Nahtentfernung - nach 2 Wochen
Klinische Kontrolle - nach 6 Wochen
Röntgen Kontrolle - nach 3 Monaten
Abschlusskontrolle - nach 1 Jahr

Reha

Variante 1: ambulante Reha
Variante 2: stationäre Reha im KUK
Variante 3: stationäre Reha im Rehainstitut ca. 4 Wochen nach der OP 

Endresultat

nach 9 - 12 Monaten

Belastung

volle Belastung ab dem OP Tag möglich

Vor der OP

4 Wochen vor OP - Anästhesie Begutachtung
1 Tag vor OP - stationäre Aufnahme

Physiotherapie

möglich

Nach der OP

2 Wochen Thromboseprophylaxe
auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, lokale Kühlung, um etwaige Schwellungen zu reduzieren

 

Welche Risiken gibt es?

Infektion (<2%), Hämatom (Bluterguss), Restbeschwerden, Schwellung (bis zu 6 Monate),  Thrombose (Thromboseprophylaxe wird standardisiert verabreicht) 

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