Ellbogengelenksprothese

Eine Ellbogengelenksendoprothese ist eine implantierte Prothese (Endoprothese), die das EllbogenGelenk ersetzt.

Ursachen & Symptome

Im fortgeschrittenen Stadium der Knorpelzerstörung sind meistens mehrere Gelenkanteile betroffen. Es kommt zur Verformung des Ellbogengelenkes und zunehmender Bewegungsenschränkung und Versteifung. Sie verspüren Belastungs- und Ruheschmerzen. Auch nachts sind Sie nicht mehr schmerzfrei. Auf Grund der Bewegungseinschränkung wird es immer schwieriger den Alltag zu bestreiten (Essen, Besteck zum Mund führen, Körperhygiene,...)

Diagnose

Im Röntgenbild zeigen sich zerstörte Gelenkoberflächen, meist verbunden mit sichtbaren Gelenkdeformierungen.

Zeitpunkt der Operation

Wenn alle konservativen Therapieoptionen beim Vorliegen einer Arthrose des Ellbogengelenkes ausgeschöpft wurden und gelenkserhaltende Eingriffe nicht mehr möglich sind, wird die Implantation einer Ellbogen-Endoprothese notwendig.

Operationstechnik

Bei dieser Operation werden die geschädigten Gelenkflächen durch sogenannte Oberflächenersatzprothesen ersetzt. Meist kommen gekoppelte Endoprothesenmodelle zum Einsatz. Durch den Einsatz dieser modernen Prothesentypen muss nur noch sehr wenig Knochenmaterial entfernt werden.

Die Größe der Prothese wird mit Hilfe der präoperativen Planung dem Patienten individuell angepasst. Sie wird in der Regel zementiert implantiert. Im Durchschnitt liegt die Haltbarkeit der Ellbogengelenkstotalprothesen bei 10-15 Jahren. Haltbarkeiten von deutlich über 20 Jahren sind durch moderne Materialien zu erwarten, hängen jedoch zu einem sehr großen Anteil von den Beanspruchungen durch die Patienten ab. Nach der Operation dürfen maximal 5 kg mit dem betroffenen Arm gehoben werden.

Rehabilitation

Gelenkersatzoperationen können ausschließlich stationär (ca. 5-12 Tage) durchgeführt werden.
Die Rehabilitation beginnt sofort nach der Operation. Die Patienten werden täglich mit Krankengymnastik und Lymphdrainage behandelt. Für passive Bewegungsübungen stehen Motorschienen zur Verfügung.
Im Anschluss an den stationären Aufenthalt wird ein Großteil der Patienten für weitere 3-4 Wochen in eine Rehabilitationsklinik verlegt.
Für die gesamte Behandlung ist ein Zeitraum von 6 - 12 Wochen zu kalkulieren.

Vorher

Ellbogenröntgen seitlich
Cubitalarthrose Grad 4

Ellbogenröntgen ap
Cubitalarthrose Grad 4

Nachher

Ellbogenröntgen seitlich
Ellbogengelenksendoprothese
2 Jahre nach der Operation

Ellbogenröntgen ap
Ellbogengelenksendoprothese
2 Jahre nach der Operation

Die wichtigsten Fakten

OP Dauer

120 Minuten

Arbeit

nach 4 - 12 Wochen (je nach Belastung)

Anästhesie

Vollnarkose (empfohlen) oder Schmerzkatheter

Sport

Hebebeschränkung bis 5 kg !

Aufenthalt

5 - 12 Tage

Kontrollen

Nahtentfernung - nach 2 Wochen
Klinische Kontrolle - nach 6 Wochen
Röntgen Kontrolle - nach 3 Monaten
Abschlusskontrolle - nach 1 Jahr

Reha

Variante 1: ambulante Reha
Variante 2: stationäre Reha im Rehainstitut ca. 4 Wochen nach der OP

Endresultat

nach 9 - 12 Monaten

Belastung

Schonung bis zur Wundheilung - 2 Wochen
Bewegung ab dem 1. Tag nach der OP erlaubt

Vor der OP

4 Wochen vor OP - Anästhesie Begutachtung
1 Tag vor OP - stationäre Aufnahme

Physiotherapie

sinnvoll

Nach der OP

auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, lokale Kühlung, um etwaige Schwellungen zu reduzieren

 

Welche Risiken gibt es?

Infektion (<2%), Hämatom (Bluterguss), Restbeschwerden, Schwellung (bis zu 6 Monate),  Thrombose (Thromboseprophylaxe wird standardisiert verabreicht) 

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